Unsere erste Zugfahrt

02. Februar 2024
Menschenmasse in Wartehalle im Bahnhof Peking
Inhalt

Bahnhof oder Flughafen?

An einem chinesischen Bahnhof fühlt man sich mehr wie an einem Flughafen. Es gibt Sicherheitskontrollen (die es aber auch an jeder U-Bahn Station gibt und da wir mit der U-Bahn zum Bahnhof gefahren sind, konnten wir diese umgehen) und richtige Wartebereiche für unterschiedliche Gleise. Wie in vielen Ländern außerhalb Deutschlands kommt man nur mit gültigem Ticket aufs Gleis, aber hier in China auch erst, wenn das Gleis freigegeben ist. Dementsprechend hat das eher dem Boarding am Flughafen geähnelt anstatt dem Zugfahren wie wir es in Deutschland kennen.

Da wir mit unserem Reisepass ein Ticket gebucht haben, hatten wir den Luxus des priority Boardings. Also durften wir vor der großen Masse zuerst das Gleis betreten.

Einmal Essen bitte!

Es gab eine Sache auf die wir uns in chinesischen Zügen besonders gefreut haben: man kann im Zug Essen bestellen, das nicht aus dem Bordrestaurant stammt, sondern an einer bestimmten Haltestelle geliefert wird. Das mussten wir natürlich ausprobieren. Aber auch der zuginterne Lieferservice hat allerhand zu bieten und beschränkt sich nicht nur auf Essen und Getränke (Wir sind jetzt stolze Besitzer eines Poker-Blatts auf dem die chinesischen Kaiser abgebildet sind. Geliefert an den Sitzplatz, vom Zugpersonal!).

Unser Essen wollten wir aber unbedingt "von außerhalb" liefern lassen. Das hat auch alles ohne weiteres geklappt und wir konnten unser bestelltes Essen im Zug genießen. Wobei genießen vielleicht nicht das richtige Wort ist. Matthias hat das Essen leider überhaupt nicht geschmeckt.

Wie kommen wir zum Hotel?

Wir haben uns fast schon heimisch gefühlt, als der Zug eine halbe Stunde verspätet in Xi'An eintrudelt. Hier ist es zurzeit sehr kalt und es schneit. Dennoch sind wir angekommen.

Nicht nur die Abläufe beim Zugfahren ähneln eher dem Fliegen, auch die Größe der Bahnhöfe erinnert an Flughäfen. Daher hatten wir ähnliche Probleme wie am Flughafen in Peking unser DiDi zu finden, obwohl wir diesmal in einer extra ausgewiesenen DiDi Wartezone gewartet haben… Nachdem auch hier der Fahrer versucht hat uns telefonisch zu erreichen, haben wir das Handy einfach dem nächstbesten Chinesen in die Hand gedrückt, der versucht hat dem Fahrer zu erklären wo wir warten. Leider ohne Erfolg und wir sollten ein neues DiDi rufen. Da wir auf eine erneute Suche keine Lust hatten und mittlerweile herausgefunden haben, dass eine der U-Bahnlinien vom Bahnhof direkt zur nächstgelegenen U-Bahnhaltestelle unseres Hotels führt, haben wir uns kurzerhand doch für die Metro entschieden.

U-Bahnfahren in China ist sehr einfach und unkompliziert. Einfach in Alipay mit einem Klick einen neuen QR-Code für eine neue Stadt erstellen und dann beim Betreten und Verlassen der U-Bahn abscannen. Keine nervigen und unverständlichen Tarifzonen, Waben, Ringe und komplizierte Streifenkarten, Einzeltickets oder Mehrtageskarten. So einfach kann es gehen…

Unser Hotel zu finden war allerdings auch nicht ganz so einfach. Die Seite über die wir das Hotel gebucht haben, zeigt leider die Adresse nur in der englische Übersetzung an und man findet nicht die chinesischen Schriftzeichen. Dann wird es manchmal schwierig die Adresse in der Karten-App zu finden (wenn z.B. die Adresse auf der Buchungsseite als Nanchang Road beschrieben wird, in der Karten-App allerdings als Nanchang Lane hinterlegt ist…). Es hat sich dann auch herausgestellt, dass die auf der Buchungsseite hinterlegte näheste U-Bahnstation (die dort übrigens nur in Schriftzeichen stand?) gar nicht die nächstgelegene war und wir hätten uns einige Meter durch das eiskalte Xi'An sparen können.

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